Stellungnahme zum CSD Berlin 2026
Mit großer Bestürzung haben wir von dem schweren Vorfall in Berlin gehört, bei dem Menschen verletzt und mindestens eine Person getötet wurden. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die dieses Ereignis unmittelbar miterleben mussten.
Als Personen, die sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog engagieren, insbesondere im Berliner Forum der Religionen, sowie als Vorstandsmitglieder von Ár nDraíocht Féin (ADF): Eine Druidische Gemeinschaft – Deutschland e. V. ist es uns ein besonderes Anliegen, deutlich zu machen: Gewalt gegen Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen. Unabhängig von den Motiven, der Weltanschauung, der religiösen Zugehörigkeit oder der Herkunft eines Täters müssen derartige Taten unmissverständlich verurteilt werden.
Gerade in Zeiten, in denen solche Ereignisse Verunsicherung, Angst und gesellschaftliche Spannungen hervorrufen, ist es wichtig, besonnen zu bleiben und weder Vorverurteilungen noch pauschale Zuschreibungen gegenüber Religionsgemeinschaften oder Bevölkerungsgruppen vorzunehmen. Die Verantwortung für eine Straftat tragen die Täter selbst, nicht die Gemeinschaften, denen sie angehören oder denen sie zugerechnet werden.
Der interreligiöse Dialog lebt von gegenseitigem Respekt, von der Anerkennung der unveräußerlichen Würde jedes Menschen und vom gemeinsamen Einsatz für Frieden, Freiheit und ein respektvolles Miteinander. Gerade angesichts solcher erschütternden Ereignisse dürfen wir diese Werte nicht aufgeben, sondern müssen sie umso entschlossener verteidigen.
Wir hoffen auf eine schnelle und umfassende Aufklärung der Tat durch die zuständigen Behörden. Zugleich sollten wir als Gesellschaft alles daransetzen, Zusammenhalt, statt Spaltung zu fördern und jeder Form von Hass, Extremismus und Gewalt entschieden entgegenzutreten.
Unsere besondere Solidarität gilt der LGBTQ+-Community und allen Teilnehmenden des Christopher Street Day. Der CSD steht für die Würde jedes Menschen, für Freiheit, Gleichberechtigung und die Möglichkeit, die eigene Identität ohne Angst vor Ausgrenzung oder Gewalt leben zu können. Wenn Menschen im Rahmen einer friedlichen Veranstaltung angegriffen, bedroht oder verletzt werden, betrifft das nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern berührt uns als gesamte Gesellschaft. Gerade jetzt ist es wichtig, den Betroffenen Mitgefühl und Unterstützung zu zeigen und deutlich zu machen, dass Hass, Einschüchterung und Gewalt keinen Platz in unserem Zusammenleben haben. Die Rechte und die Sicherheit von LGBTQ+-Personen sind unverzichtbarer Bestandteil einer freien und demokratischen Gesellschaft.
Gewalt ist niemals ein legitimes Mittel. Sie verletzt Menschen, zerstört Vertrauen und greift die Grundlagen unseres friedlichen Zusammenlebens an. Deshalb sind solche Taten unabhängig von ihrem Hintergrund grundsätzlich und uneingeschränkt zu verurteilen.
Elizabeth Schibli- Lazzaro, 1. Vorsitzende ADF Deutschland e.V.
Cordula Trampnau, 2. Vorsitzende ADF Deutschland e.V.
Matthias Dolgner-Trampnau, Schatzmeister ADF Deutschland e.V., Leiter Protohain Holuntar-Hain
Text von Cordula Trampnau